Ostsee – Windgenerator oder Solarzellen?

Was bringt mehr Ampere in die Batterien?

Der Windgenerator  bringt viel bei 7Bft. (30A), aber relativ wenig bei 4Bft. (5A). Dies aber 24h am Tag. Das sind selbst bei 4Bft. 125Ah. Die Solarzellen  bringen an einem Sonnentag rund 30A, dies aber nur für 6h am Tag. Also ca. 180Ah. Rein subjektiv bringen die Solarzellen deutlich mehr – aber man darf die Dauer nicht außer acht lassen – Solarzellen sind effektiv ca. 6h/Tag. Der Windgenerator liefert 24h am Tag Energie.

Fazit: beides ist eine gute Mischung. Müßte ich mich entscheiden, würde ich die Solarzellen bevorzugen.

Quelle: Hello World. 350Watt Superwind Windgenerator und 400Watt Solar.

Energie an Bord

Wieviel Energie benötigt man?

Das ist ein Thema, das alleine sehr viele Faktoren berücksichtigen muss. Energie ist Einstellungssache, Skippersache. Wieviel Komfort benötigt man für sich? Das muss jeder für sich entscheiden.

Rein theoretisch kommt man mit einem modernen energiesparenden Boot mit ca. 100Ah pro Tag aus. Dafür bekommt man 24h Kühlschrank, nachts Navigationsbeleuchtung und Abends Licht. Alles in LED Technik und über den Daumen…

Will man mehr und unterwegs seinen Nespresso trinken und die Mobiltelefone der Kinden laden (die mehr oder weniger gelangweilt im Internet surfen wollen) oder einen Computer zur Navigation betreiben, dann kann es mehr oder viel mehr Energie bedeuten die man mit sich führen muss.

Dabei gilt es zu beachten, das man konventionelle Batterien nicht zu mehr als 60% regelmäßig entladen sollte, damit die Lebensdauer der Batterie nicht ungewollt kurz wird. Und man muss das Ladeverhalten der Batterien kennen. Konventionelle Naßzellen, werden mit 10% der Kapzität geladen, während AGM und Lithium Batterien mit deutlich mehr geladen werden kann.

Wir haben auf der Hello World konventionelle Naßzellen – 6V Blöcke zu  12V zusammengeschaltet, zusammen 780Ah. Das scheint viel, aber bei max. 60% Entladetiefe  können rund 300Ah entnommen werden. Wenn ich den Motor starte, werden max. 78A geladen. Die Ladung geht schnell runter auf 30A – da dreht die Lichtmaschine Däumchen bzw. der Motor muss rund 8h Laufen um die 300Ah wieder aufzuladen. Fazit das wieder Aufladen der Batterie auf 100% ist langwierig und teuer. Dies ist ein entscheidener Nachteil.

Ok, das wiederaufladen auf 100% ist teuer und dauert lange, aber es gibt Möglichkeiten die Kapazität zu strecken – mit nachladen! Das hört sich erst einmal banal an, aber die 400Watt Solarzellen am Bügel am Heck, bringen an der Ostsee an einem sonnigen Tag ca. 30A Ladestrom für ca. 6h pro Tag. Das ist beachtlich. Sprich die Solarzellen bringen den halben Tag die Energie, die man auf einer größeren Yacht benötigt – aber es fehlen noch 18h… Der Windgenerator bring bei 7Bft. ca. 350Watt, also auch 30A. Bei 4 Bft. aber nur rund 5A – dies aber 24h am Tag. Beiben wir bei der Hello World, dauert das Nachladen der Batterien um 300Ah rund 3 Tage mit Solar und Windenergie, wenn man dabei sehr sparsam mit der Energie umgeht.

Man sollte also die Energieerzeuger sehr sorgfältig auswählen und auf die Batterie anpassen – aber dabei auch das Fahrtgebiet beachten. Ein Bleiakku geht langsam kaputt – ein Lithium Akku, wird ein einziges mal tiefentladen und ist danach tot. In Europa ist Ersatz relativ gut möglich – in der Karibik oder weiter abseits – nicht.

Also Segelrevier, Motor, Lichtmaschine, Solar- und Windenergie muss beachtet werden. Rufen sie mich an, ich berate gerne: +49 171 9528326